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Wirtschaftsstandort
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Großbritannien ist die fünftgrößte Handelsnation der Welt. Das
Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich nach Angaben des Statistischen Amtes der
EU, Eurostat, in 2005 auf rund 1.800 Mrd. Euro (Deutschland: 2.200 Mrd. Euro).
Mit 27.100 Euro ist das BIP pro Kopf sogar höher als das Deutschlands (25.300
Euro). Großbritannien verzeichnet seit Jahren stabile Wachstumsraten. Das
BIP-Wachstum 2005 von 1,8% war allerdings das niedrigste seit über einem
Jahrzehnt. Verantwortlich dafür sind vor allem ein flacherer Verbrauchsanstieg
und eine zunehmende Sparquote. In 2006 und 2007 soll sich die Wachstumsrate
aufgrund erhöhter Konsumnachfrage und reger Investitionstätigkeit jedoch wieder
in Richtung 2,5% bewegen. Dabei kommt es zu verstärkten
Unternehmensinvestitionen bei gleichzeitig verminderten öffentlichen Ausgaben.
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Großbritannien ist in nahezu allen High-Tech-Branchen, wie z.B.
Telekommunikation, Informationstechnik, Biotechnologie, Pharma- und
Chemieindustrie, international mit führend. Auch im Fahrzeugbau und in der
Elektrotechnik hat das Land eine gute Wettbewerbsposition. Großbritannien ist
zudem einer der bedeutendsten europäischen Energieproduzenten und verfügt über
eine hoch industrialisierte Landwirtschaft. Wichtigster Sektor sind jedoch die
Dienstleistungen, die rund drei Viertel des BIP erwirtschaften (Industrie 25%,
Landwirtschaft 1%). London ist der wichtigste Finanzplatz Europas. Alle
größeren Banken, Versicherungen, Unternehmensberatungen, Wirtschaftsprüfer und
international agierende Anwaltskanzleien sind hier vertreten.
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Hohe Wachstumsraten verzeichnen v.a. das Baugewerbe (+7,5%), der Groß- und
Einzelhandel (+4,9%) und die Landwirtschaft (+3,5%). Die verarbeitende
Industrie muss hingegen starke Einbußen hinnehmen (-4%). Besonders betroffen
sind die Textilindustrie (-12,7%), die Papier- und Druckindustrie (-2,9%) sowie
die Kunststofferzeugung (-1,9%).
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Das britische Handelsbilanzdefizit hat 2005 einen neuen Höchststand erreicht
und betrug 65,5 Mrd. GBP (94,8 Mrd. Euro). Importen im Wert von 274,8 Mrd. GBP
(397,7 Mrd. Euro) standen Exporte in Höhe von 209,3 Mrd. GBP (302,9 Mrd. Euro)
gegenüber (jeweils + 9% gegenüber 2004). Vor allem der Güterhandel ist stark
defizitär. Hingegen liefert der Austausch von Dienstleistungen einen positiven
Beitrag zur Handelsbilanz.
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Der britische Export wird durch Maschinen und Transportausrüstungen dominiert.
42% aller exportierten Güter stammen aus diesem Industriezweig. Danach folgen
Waren des verarbeitenden Gewerbes (24%), chemische Erzeugnisse (17%) sowie
mineralische Brennstoffe und Schmiermittel (9%). Importiert werden v.a.
Maschinen und Transportausrüstungen (41%) und Waren des verarbeitenden Gewerbes
(30%).
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Defizite liegen vor allem im Verkehrsbereich. Unterfinanzierung, fehlende
Kapazitäten, mangelnde Steuerung und schleppende Modernisierung der
Verkehrsinfrastruktur sind Wachstumsbremsen.
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Durch die Vergabe der Olympischen Spiele 2012 an London und den bis 2020
geplanten Strukturwandel des Londoner Ostens ergeben sich im
Infrastrukturbereich weit reichende Möglichkeiten. Insbesondere das Baugewerbe
erwartet einen großen Schub; Schätzungen gehen von einem Auftragsvolumen von
fünf Mrd. GBP (7,2 Mrd. Euro) aus.
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Der britische Arbeitsmarkt folgt der konjunkturellen Abkühlung. Die Zahl der
Beschäftigten befindet sich zwar weiterhin auf einem historischen Höchststand
(74,8% Beschäftigungsquote), und die Arbeitslosenquote ist mit 4,7%
vergleichsweise niedrig. Die Zahl der Arbeitslosengeldempfänger erhöht sich
aber seit längerem. Insbesondere in der Industrie gehen seit Jahren
Arbeitsplätze verloren, seit 1990 1,75 Mio.
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Stand: 3/2006
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