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Indiens Wirtschaft
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Die allmähliche Öffnung nach außen und die Liberalisierung der indischen
Wirtschaft führen zu einer zunehmend dynamischen Entwicklung des indischen
Marktes und damit auch des Außenhandels. Nach China gehört Indien mit einem
durchschnittlichen jährlichen Wachstum von sieben Prozent in den letzten zehn
Jahren zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt.
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Dabei nahm Indien unter den Handelspartnern der erweiterten EU im Jahr 2004 noch
den 12. Rang ein. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2005 war Indien
bereits der neuntgrößte Handelspartner (Quelle: Eurostat). Das bilaterale
Handelsvolumen zwischen Indien und Deutschland belief sich 2004 auf 6,22 Mrd.
Euro und lag damit auf dem sechsten Rang nach dem von Indien mit den USA, den
Vereinigten Arabischen Emiraten, China, Belgien und Großbritannien (Quelle:
Auswärtiges Amt). Die Exporte Deutschlands nach Indien stiegen im Vergleich zum
Vorjahr um rund 35 % auf 3,29 Mrd. Euro. Auch die Einfuhren aus Indien hatten
einen Zuwachs von 11,3 % zu verzeichnen, blieben jedoch mit einem Gesamtvolumen
von 2,93 Mrd. Euro hinter dem der Exporte zurück. Neben kapitalintensiven
Eisen- und Stahlprodukten sowie Maschinen (Bergbauausstattung, Rohre,
Kompressoren, Maschinenteile und Motoren) nehmen die Bereiche Elektrotechnik
und Chemie einen bedeutenden Anteil deutscher Exporte nach Indien ein.
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In Teilbereichen wie der Informationstechnologie, der Raumfahrt und der
Pharmazie zählt die indische Wirtschaft bereits zur internationalen Spitze.
Daneben sind die Filmindustrie und die Werbewirtschaft wichtige
Wachstumsmotoren. Derzeit hat Indien ca. 1,1 Milliarden Einwohner, wobei die
demografische Entwicklung (Bevölkerungswachstum z. Zt. 1,5% p.a.) aufgrund
einer sehr jungen Bevölkerung weitere Impulse für die Wirtschaft verspricht.
Noch ungesättigte Märkte sowie die schnelle Entwicklung der einheimischen
Industrielandschaft bieten internationalen Unternehmen auch in vielen weiteren
Wirtschaftsbereichen wachsende Geschäftsmöglichkeiten. Hier sind insbesondere
die Automobilzulieferindustrie, die Biotechnologie, der zivile Luftverkehr, der
Bausektor sowie die Medizintechnik zu nennen.
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Da fast zwei Drittel der indischen Bevölkerung von der Landwirtschaft leben und
somit die entscheidende Nachfragekraft bei der Landbevölkerung liegt, kommt
Investitionen in diesem Bereich eine Schlüsselposition zu. Für
IT-Dienstleistungen wie Softwareentwicklung oder Wartung von Applikationen
sowie für Outsourcing von Geschäftsprozessen wie die Übernahme von
Kundenbetreuung oder Gehaltsabrechnung hat sich Indien bereits als weltweit
wichtiger Standort etabliert. Ausländische Direktinvestitionen in Indien
erreichen allerdings erst ein Zehntel des in China zu verzeichnenden Niveaus.
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Insbesondere die mangelhafte Infrastruktur und hohe bürokratische Hürden
behindern derzeit ein noch stärkeres Engagement ausländischer Unternehmen in
Indien. Wobei sich auch hier aus der Notwendigkeit des Ausbaus der
Infrastruktur Geschäftschancen ergeben. So müssen das Straßen- und
Schienenverkehrsnetz sowie die Flug- und Seehäfen modernisiert und ausgebaut
werden, um lange Transportwege insbesondere von Waren zu verkürzen und eine
flächendeckende Erreichbarkeit von Wirtschaftsstandorten zu garantieren. Auch
die Kapazitäten der Wasser- und Stromversorgung sind zu vergrößern, um
Produktionsausfälle auszuschließen.
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Stand: 11/2005
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