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Wirtschaft


Japan ist die führende Industrienation Asiens. 2009 konnte das Land seinen Platz als zweitstärkste Wirtschaftsnation verteidigen, verlor aber aufgrund der Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise seine Position zunächst an China. Zwischenzeitlich erholte sich die japanische Wirtschaft langsam von den Auswirkungen der Krise. Japan, ein technologisch hoch entwickeltes Land, ist sehr exportorientiert. Ähnlich wie Deutschland verfügt Japan kaum über Rohstoffe. Im Energie- und Lebensmittelbereich ist es stark von Importen abhängig. Die Fläche des Landes deckt sich fast mit der Größe Deutschlands, nur dass aufgrund der überwiegend gebirgigen und vulkanischen Landschaft die mehr als 127 Mio. Menschen eine Fläche von nur rund 30 % besiedeln können. Etwa 8 % des jährlichen Welteinkommens werden von der japanischen Bevölkerung erwirtschaftet. Japans Wirtschaft profitiert von den sehr gut ausgebildeten Menschen; mehr als 90 % der Bevölkerung besitzen einen Hochschulabschluss. Japans Stärken liegen vor allem in den Bereichen Innovation, Forschung und Entwicklung im Maschinen- und Automobilbau sowie in der Elektronik- und Chemieindustrie. In den letzten Jahren haben sich weitere Wachstumsbranchen herauskristallisiert, wie erneuerbare Energien, Umwelttechnik, Hybrid- und Elektroautos und die Biotechnologie.

Tokyo Zwischen Juli und September 2010 stieg das BIP gegenüber dem Vorquartal um ca. 1 % auf 3,9 %. Dieser Anstieg war insbesondere auf den inländischen Privatkonsum zurückzuführen, der auf einigen Sondermaßnahmen der japanischen Regierung, u. a. einer Pkw-Abwrackprämie, basierte. Diese endete im September 2010. Der Export, wichtigster Pfeiler des japanischen Wirtschaftswachstums, musste hingegen aufgrund der starken Verteuerung des Yen und der Zurückhaltung der wichtigsten Abnehmerländer China und USA, merkliche Einbußen hinnehmen. Größter Handelspartner in Europa ist Deutschland. Für 2011 wurden der japanischen Wirtschaft nur geringe Wachstumschancen eingeräumt. Diese Einschätzung des privaten Institutes Daiwa Institute of Research (DIR) wurde jedoch noch vor der Naturkatastrophe in Japan abgegeben.

Am 11. März 2011 ereignete sich an der Nordostküste Japans das bisher schwerste Erdbeben in der japanischen Geschichte mit nachfolgendem Tsunami, der große Teile der Insel stark zerstörte. Neben der Zerstörung der Infrastruktur wurden Teile des Atomkraftwerkes in Fukushima in Mitleidenschaft gezogen, deren Auswirkungen bisher nicht absehbar sind. Die materiellen Schäden des Bebens werden auf ca. 200 Mrd. Euro geschätzt. Unklar ist auch, wie sich das Gesamtereignis auf die heimische Wirtschaft und auf die Weltwirtschaft bzw. den Handel auswirken werden. So mussten zahlreiche in Nordjapan angesiedelte Unternehmen, wie Hersteller von Materialien und Komponenten für die Elektronik- und Kfz-Industrie, ihre Produktion größtenteils einstellen. Auch im Großraum Tokyo sind die Folgen der Katastrophe täglich spürbar. So fallen bspw. 25 % der Stromlieferungen aus. Engpässe im öffentlichen Nahverkehr und in der Lebensmittelversorgung gehören gegenwärtig zum Alltag (Quellen: Auswärtiges Amt, gtai).

Stand: 4/2011
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